Medizinische Arbeit auf internationalem Niveau
Hall in Tirol
Dienstag, den 29. November 2016 um 11:36 Uhr

DSC_0384Seit Oktober leiten zwei neue Primare die Abteilungen Gynäkologie und Unfallmedizin am Landeskrankenhaus Hall. Martin Lutz und Arthur Scherer setzen vor allem auf Weiterentwicklungen in ihren Fachbereichen.

In der Nacht vom 16. November kam in der Gynäkologischen Abteilung des LKH Hall des 1000. Baby in diesem Jahr auf die Welt. „Wir haben eine steigende Anzahl an Geburten“, freut sich Gabriele Kühbacher, die Ärztliche Direktorin des Krankenhauses, dass sie das freudige Ereignis mit der Vorstellung des neuen Primars der Gynäkologie und Geburtshilfe verbinden kann. Seit Oktober leitet der Südtiroler Frauenfacharzt Arthur Scherer die Abteilung. „Das fachliche Spektrum in unserer Arbeit wird in Südtirol derzeit durch die Zentralisierung von onkologischer und Mammografie-Tätigkeit extrem eingeschränkt, auch die Facharztausbildung wird erschwert. In Hall hingegen hat die Gynäkologie die Unterstützung aus ganz Österreich hinter sich“, erklärt der Gynäkologie, der die letzten 13 Jahre als Primar in Brixen tätig war. In Hall biete sich ihm die Möglichkeit, Neues zu machen: „Ich möchte mit meinem Team die große Tradition in Hall weiterführen und die Region optimal bedienen. Außerdem besteht hier die Möglichkeit, das Spektrum der gynäkologischen Versorgung zu erweitern.“ Direktorin Kühbacher unterstreicht die Worte des neuen Primars zusätzlich: „Die Gynäkologie in Hall kann ohne Einschränkungen den Versorgungsauftrag in der Region erfüllen. Bis auf die Neonatologie, also die Frühgeburtenstation, decken wir alle Bereiche der Gynäkologie ab. Bei den Frühgeburten arbeiten wir intensiv mit der Innsbrucker Klinik zusammen. Mit dem Stillzentrum und Endometriosezentrum, die beide qualifiziert und zertifiziert sind, und allen anderen Leistungen bewegen wir uns auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Schließlich müssen wir auf dem Niveau der Universitätsklinik agieren.“ Mit zehn Fachärzten weist die Abteilung für Gynäkologie und Geburtenhilfe eine hohe Facharztdichte auf: „Gerade auf der Gynäkologie ist der 24-Stunden-Dienst besonders wichtig, daher ist dieser Bereich besonders gut ausgerüstet“, so Kühbacher. Auch der onkologische Schwerpunkt der Frauenheilkunde in Hall nach dem österreichischen Strukturplan sei sehr gut ausgebaut, erläutert Arthur Scherer, das Krankenhaus ist auch in die Tumorboards angeschlossen. „Auch hier arbeiten wir auf internationalem Niveau.“

 

Unfall und Traumatologie kombinieren

 

Mit Martin Lutz hat die Abteilung Unfallchirurgie und Sporttraumatologie ebenfalls einen neuen Primararzt erhalten. Der Spezialist setzt – nach positiven Erfahrungen in Neuseeland – auf die Kombination von Orthopädie und Traumatologie. „Die Synergieeffekte von beiden Seiten bei den Zugangswegen und Techniken sind groß.“ In Hall, wo zahlreiche Patienten mit Polytraumen – also mehrere gleichzeitig erlittenen Verletzungen verschiedener Körperregionen – eingeliefert werden, biete sich diese Zusammenlegungen der beiden Fachbereiche doppelt an. „Hall liegt in einer Region, wo sehr viele Sportunfälle passieren. Durch eine Spezialisierung in Schwerpunktzentren mit Hauptanteil Polytrauma in Hall können wir die Qualität der medizinischen Versorgung noch zusätzlich erhöhen“, meint Lutz. Rund 20.000 Frischverletzte werden im LKH Hall pro Jahr aufgenommen, allein an der Unfallchirurgie führen die Ärzte zwischen 1700 und 2000 Operationen im Jahr durch. „Die Challenge dabei ist, das Planprogramm und das Notprogramm zu kombinieren“, berichtet Lutz über die tägliche Herausforderung, die Frischverletzten schnellstmöglich zu versorgen und gleichzeitig schon seit langem geplante Operationen termingerecht durchführen zu können.

Besonders betonen die beiden neuen Primare, dass sie sich über die permanente Weiterentwicklung des LKH Hall freuen: „In der Medizin sind die ständigen Fortbildungen das Wichtigste, das Fach verändert sich so rasch wie kaum eine Branche“, wissen Lutz und Scherer. In den kommenden Wochen, so berichtet die ärztliche Direktorin Gabriele Kühbacher weiter, wird außerdem der Neubau des Chirurgiegebäudes beginnen. In dem Bauteil, der oberhalb der Milserstraße situiert wird, sollen alle operativen Fächer außer der Inneren Chirurgie untergebracht werden. „Alle Abteilungen, besonders die Gynäkologie, werden davon profitieren.“

 

 
 

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