Licht für Demenzkranke - weltweit einzigartiges Projekt am LKH Hall
Hall in Tirol
Dienstag, den 17. Mai 2016 um 15:49 Uhr

Erffnung_Station_A3_LKH_HallAn der gerontopsychiatrischen Station A3 des LKH Hall wurde ein weltweit einzigartiges Lichtsystem installiert. Im Rahmen einer Studie wird nun untersucht, welche Wirkung Licht auf DemenzpatientInnen und deren Wohlbefinden hat.

 

 

Die Lebenserwartung steigt - und damit auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Bei den Über-90-Jährigen leiden bereits 40% an einer demenziellen Erkrankung. Bei DemenzpatientInnen ist der Biorhythmus, der so genannte circadiane Rhythmus, gestört. Kommt dieser wieder ins Lot, könnte das eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität für die Erkrankten bedeuten. Um den Einfluss von Licht genauer untersuchen zu können, wurde nun die gerontopsychiatrische Station A3 in Hall mit einem einzigartigen, eigens entwickelten Lichtsystem ausgestattet.

„Wir wissen, dass Licht einen großen Einfluss auf Demenzkranke hat, die Studienlage ist jedoch mangelhaft. Deshalb haben wir ohnehin fällige Renovierungsarbeiten genutzt, um ein hochmodernes, dynamisches Lichtsystem zu installieren", erklärt Josef Marksteiner, Primar der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie A am LKH Hall.

In Kooperation mit dem Lichtspezialisten Bartenbach wurde ein Beleuchtungskonzept entwickelt, das den Tagesverlauf des natürlichen Lichts imitiert. Konkret bedeutet das, dass morgens die Raumhelligkeit langsam gesteigert und abends langsam wieder verringert wird. Auch die Lichtfarbe verändert sich.

Einfluss des Lichtes

In einer Studie wird nun untersucht, wie sich unter diesen Lichtbedingungen Schlafqualität, Medikationsbedarf und Zufriedenheit der PatientInnen verändern. Auf der Station selbst wurden PatientInnenzimmer, Gang sowie Aufenthaltsräume für PatientInnen und Personal mit dem neuen System ausgestattet. „Diese Studie ermöglicht uns herauszufinden, wie gute Beleuchtung funktioniert", erklärt Wilfried Pohl, Leiter der Forschungsabteilung bei Bartenbach. „So können wir solide Grundlagen schaffen, die wir auch der Entwicklung von Allgemeinbeleuchtung zugrunde legen können." Die Studie ist derzeit auf 3 Jahre ausgelegt, erste Ergebnisse erwarten sich die WissenschaftlerInnen in fünf bis sechs Monaten.

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Primar Josef Marksteiner und Wilfried Pohl, Leiter der Forschungsabteilung bei Bartenbach, präsentierten das neue Lichtprojekt.

 

 
 

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