Holzkompetenz – praktisch und universitär Drucken E-Mail
Mittwoch, den 02. Dezember 2015 um 13:54 Uhr

7Mit dem neuen Kompetenzzentrum für Holzbau in Absam gelingt die Vernetzung von Ausbildung, Forschung und Wirtschaft. Die Tiroler Fachberufschule für Holztechnik erhält mit einer modernen Abbundanlage eine österreichweit einzigartige Ausbildungsmöglichkeit.

Großer Bahnhof und große Schule, so bezeichnete Absams Bürgermeister Arnold Guggenbichler den Festakt für das neue Kompetenzzentrum für Holzbau an der Tiroler Fachberufschule für Holztechnik in Absam am 27. November. Denn mit dem Neubau erhält Absam ein Zentrum, an dem Handwerk, Schule, Uni und technologischer Fortschritt kombiniert sind – und somit ein zukunftsweisenden Modell für die Ausbildung, aber auch die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Vor einem Jahr erfolgte der Spatenstich am Gelände der Fachberufschule für das Projekt, in das vom Land Tirol drei Millionen Euro investiert wurden. Ermöglicht wurden Bau und r Betrieb des Kompetenzzentrums durch eine Kooperation zwischen dem Land Tirol, der Universität Innsbruck (LFUI), der Landesinnung Holzbau und dem Wirtschaftspartner Hundegger Maschinenbau AG.

 

Neue Holztechnik für Praxis und Theorie

 

Kernstück des Zentrums ist eine hochmoderne computergesteuerte Abbundanlage, die für die Bearbeitung von Bauhölzern benötigt wird. An der Maschine werden Holzbalken und großformatige Holzplatten zu maßgeschneiderten Bauteilen vorfertigt, die auch teilweise Verbindungsdetails oder Fenster- und Türenausschnitte haben. Die Abbundanlage in Absam ist darüber hinaus speziell auch für Forschungszwecke ausgestattet.  Denn sie steht sowohl den Schülern der Holzfachschule in Absam als auch Forschern und Unternehmen zur Verfügung. Die moderne Maschine gehört eigentlich der Universität Innsbruck, die schon seit Jahren für die große Anlage einen Platz suchte. Mit dem Standort in Absam entstand eine enge Zusammenarbeit zwischen Uni und Fachhochschule, aber auch mit der Sparte Holzbau der Wirtschaftskammer, die alle das neue Zentrum nützen können.

 

 

Bündelung von Wissen und Kompetenz

 

„Um auch in Zukunft den Wirtschaftsstandort Tirol zu sichern, benötigen wir hochqualifizierte Fachkräfte, technisches Know-how und modernste Betriebsausstattungen. All das bündeln wir hier an diesem Ort, dem neuen Kompetenzzentrum für Holzbau in Absam“, unterstrich Landeshautpmann Günther Platter bei der Eröffnung in Absam die Stärke des Projektes.Außerdem unterstütze das Zentrum den Gedanken der Vernetzung und Bündelung von Kräften und stütze den Bildungsstandort Tirol.

Wie wichtig das neue Holzkompetenzzentrum für die Wirtschaft ist, unterstrich auch der neue Landesinnungsmeister für Holz Simon Kathrein: „In der täglichen Praxis greifen die Planer immer häufiger auf das Material Holz zurück. Holz ist ein Multitalent mit maximaler Wertschöpfung, klimaneutral und ein nachwachsender Baustoff. Der Holzbau sichert Arbeitsplätze, besonders in unseren klein- und mittelstrukturierten Betrieben. Das neue Holzbauzentrum, das auch Unternehmen nützen können, ist daher ein klares Bekenntnis zum Holzbau, zu einer guten Ausbildung und zum Standort Tirol“.

 

 

Besonders über die Eröffnung des Kompetenzzentrums freuen sich der Universitätsrektor Tilman Märk und der Direktor der Fachberufschule für Holztechnik Josef Ganner. „Unser Holzbaulehrstuhl profitiert in Forschung und Lehre davon: Die Abbundanlage schafft für unsere Studierenden im Bereich Holzbau die Möglichkeit, ihr theoretisches Wissen in der Praxis auszuprobieren“, so Märk. Darüber hinaus werde durch die Kooperation mit der Fachberufsschule für Holzwirtschaft die Zusammenarbeit mit der Praxis erweitert, insbesondere auch mit den holzverarbeitenden Betrieben in der Region.

Fachhochschul-Direktor Josef Ganner ergänzt: „Eine gemeinsame Nutzung erschien deshalb sinnvoll und wichtig, weil sich vor allem beide Bildungs-einrichtungen - Universität und Fachberufsschule - ideal ergänzen und eine Zusammenarbeit zu neuen Synergien für die Holzwirtschaft führen wird.“

 

Absam als Schulstandort gestärkt

 

Das zweigeschossige Haus mit rund 850 Quadratmeter Nutzfläche war vom heuer verstorbenen Architekten Horst Parson geplant worden. Im Erdgeschoß befindet sich die Abbundanlage. Sanitäranlagen und Umkleiden sind in einem Zwischengeschoß, Schulungs- sowie EDV-Räume im Obergeschoß untergebracht.

Für Absams Bürgermeister Arno Guggenbichler bedeutet das Holzkompetenzzentrum nicht nur die Stärkung des Bildungsangebotes in Tirol, sondern auch des Standortes Absam: „Unser Dorf ist durch viele Institutionen bekannt, von der Basilika bis zur Kasern. Aber hier lernen auch täglich zwischen 1300 bis 1500 Schüler. In unseren drei Fachberufschulen werden rund 25 Prozent der Tiroler Lehrlinge ausgebildet“, freut sich der Bürgermeister.